Caperdonich, in der Speyside in Rothes gelegen, 1898 wurde als Erweiterung der Glen Grant Distillery auf der anderen Straßenseite gebaut und trug auch lange den Namen Glen Grant No. 2. Major Grant baute die Caperdonich Distillery, Gaelic für 'the secret well', die Geheime Quelle um den steigenden Bedarf an Glen Grant während des whisky booms der 1890er Jahre zu decken. Ein ungewöhnliches Detail dieser Destillerie war die pipe line zu glen Grant, die über die Straße hochgezogen werden mußte, weil Her Majesty`s Customs & Excise darauf bestand, daß der spirit über die Straße nach Glen Grant Number 1 gepumpt werden mußte. Diese rohrleitung wurde berühmt als 'whisky pipe' und natürlich gab es Bewohner von Tothes, welche die Leitung anzapften. Ihrer frühen Produktionsgeschichte war ein frühes und jähes ende beschieden, als der boom zusammenbrach und Caperdonich 1902 geschlossen wurde. Fast das gesamte distilling equipment wurde auf der anderen Straßenseite als Ersatzteile verwendet. Der Kollaps der Firma Pattisons of Leith 1898 traf die gesamte whisky Industrie. Die Zahl der arbeitenden Destillerien in Scotland fiel von einem Hoch mit 191 im Jahr 1898 auf ein Tief von nur noch 132 im Jahr 1908. 1965, nach einer langen Periode des Schweigens von fast 65 Jahren erbaute die Glenlivet & Glen Grant Distillers Ltd Caperdonich neu und produzierte 350000 gallons of spirit im ersten Jahr. Zwei Jahre später wurde sie sogar erweitert und zwei neue dampfbeheizte pot stills kamen zu den beiden bestehenden stills hinzu. Gleichzeitig wurde ein up to date tun room und die modernste Prozeßtechnologie ihrer Zeit eingebaut. Das bedeutete, daß sie von nur 2 Mann betrieben werden konnte. Ungefähr ein drittel des benötigten Malzes kam von Glen Grant und der Rest wurde zugekauft. Die Brennereie wurde 1977 von Seagram's of Canada Limited übernommen. Sie gehörte zuletzt über die Chivas&Glenlivet Group zu Pernod Ricard, die 2001 große Teile von Seagrams übernommen hatten. Sie wurde 2002 geschlossen. Es wird gesagt, daß die stills bei Caperdonich die gleichen waren wie bei Glen Grant, was Sinn machen würde, da Caperdonich mehr Glen Grant machen sollte. Die Distillery nutze die gleiche Wasserquelle, trotz des Namens und auch das Malz kam von der gleichen firma. Dennoch erreichte der malt von Caperdonich nie die Qualität von Glen Grant und fand so seine Bestimmung in den verschiedenen blends des Besitzers wie Chivas Regal, Queen Anne, Something Special und Passport. Die Besitzer haben Caperdonich als single malt nur in schwer zu findenden limited editions abgefüllt. Die Lagerhäuser werden heute von Glen Grant weiter benutzt. Es hieß zwar schon, sie sei abgerissen, zumindest das still house, aber bei whisky info Seiten wurde sie noch als mothballed, eingemottet geführt.

Im November 2010 war es dann aber endgültig soweit. Die Bagger rückten an und Caperdonich ist nicht mehr. Trotz einer wachsenden Zahl von Anhängern in letzter Zeit wurde Caperdonich endgültig abgerissen. Für einen Konzern wie Pernod Ricard aber zu langsam und zu wenige scheint es.

Aber es ist nicht alles trist. Das Gelände der Caperdonich distillery wurde von den berühmten copper still Herstellern Forsyths of Rothes gekauft. Das sie nicht vorhatten in der Speyside distillery Caperdonich whisky zu machen, kam es 2011 zum Abriß. Forsyth brauchte für sein Kerngeschäft mehr Platz. Aber ein "renowned manufacturer of distillation equipment" hat natürlich eine besondere Beziehung zu den Destillerien so wurden die mash tun, washbacks und 4 pot stills gerettet - auch wenn sie für den scrap yard, den Schrottplatz von Forsyth vorgesehen waren. Nun wurde bekannt (April 2013), daß ein Paar der 4 Caperdonich pot stills an die belgische Belgian Owl Distillery nahe Liège, Lüttich in der Wallonie verkauft wurden. Sie wurden allerdings komplett renoviert und umgebaut und auf neuesten technischen Standard gebracht. Aber sie werden wieder malt whiskies machen, wenn auch weit weg von ihrer Heimat. Belgian Owl liegt in einem ehemaligen Kloster, heute ein Bauerngehöft im ländlichen Fexhe-le-Haut-Clocher westlich von Lüttich, wo seit geraumer Zeit Belgian Owl whisky gemacht wird. Die stills wurden besonders im oberen Teil verändert, und erhielten flange couplings, die den boil pot, den neck und den lyne arm nun verbinden. Sehr modern und so gar nicht mehr Victorian.
Master Distiller Étienne Bouillon mußte erweitern, denn sein gepriesener whisky aus Belgischer Frühjahrsgerste bracht die micro distillery sofort in einen Engpaß, nachdem der erste Owl Whisky 2007 herausgekommen war. „The demand has been overwhelming since then. It was much higher than our production capacity of 20.000 bottles per year.“ 95% ihrer whiskies werden in Belgien getrunken.
Die The Owl Distillery aus Belgien hat eine der wash und eine der spirit stills der Brennerei erworben, drei Gärbottiche gingen an Wolfburn, Schottland ebenfalls eine Neugründung.

Caperdonich ist ein trockener, solider malt, der bisher nur von unabhängigen Abfüllern zu haben war und weiter sein wird, bis die Bestände zu Ende gehen. Den in manchen single casks vorzüglich gelungenen Speyside malt gibt es bei unabhängien Abfüllern und als Eigenabfüllung eines 1980er mit 24 Jahren in Faßstärke mit 57,7% von uns. Ein Gedicht.

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